Es gibt eine Reihe Krankheitsbilder, in deren Verlauf wir mit einer Hypnose nicht eingreifen, die unseres Erachtens nicht mit einer Hypnose-Therapie vereinbar sind. 

Psychosen

Hypnose-Therapien bei Psychosen bringen bestenfalls eine Linderung und keine Heilungserfolge. Die Wirkung einer Hypnose auf Psychotiker ist nicht zuverlässig abzuschätzen. Im Zweifelsfall kommt es zu dramatischen Verschlechterungen des Zustandes und des Krankheitsbildes. Daher raten wir Psychotikern grundsätzlich von einer Behandlung mit Hypnose ab.
Gegebenenfalls können Sitzungen unter fachärztlicher Aufsicht während einer stationären Behandlung abgehalten werden.

Persönlichkeitsstörung

Bei Personen mit Persönlichkeitsstörungen haben sich in der Vergangenheit Hypnose-Therapien stets als unwirksam bewiesen. Bislang konnten weder Verbesserungen, noch Verschlechterungen diagnostiziert werden. Für unsere Arbeit bedeutet das, dass wir von einer Behandlung dieses Personenkreis gänzlich absehen.

Epilepsie

Epilepsie-Patienten sollten sich grundsätzlich einer Hypnose nur im Rahmen einer stationären Behandlung unter fachärztlicher Aufsicht unterziehen. Zwar ist eine Wirksamkeit der Hypnose bei Epileptikern nachweisbar, es besteht aber immer das Risiko, im Rahmen der Therapie einen Anfall auszulösen, oder bei falschem Einsatz die Anfallshäufigkeit zu erhöhen.

Erkrankungen des Zentralen Nervensystems

Liegt eine Erkrankung oder Verletzung des Zentralen Nervensystems, ZNS, kann mit einer Hypnose therapiert werden. Allerdings ist es auch hier enorm wichtig, dass die Hypnose-Therapie in einer Klinik von einem Facharzt durchgeführt wird, der im Bedarfsfall notwendige Schritte einleiten, Begleiterscheinungen entgegenwirken und den Patienten medizinisch versorgen kann.  Ein erkranktes oder zum Beispiel durch einen Unfall geschädigtes Zentrales Nervensystem kann je nach Grad der Schädigung Informationen fehlerhaft weitergeben. Unerwünschte Begleiterscheinungen und Nebenwirkungen einer Hypnose sind darum nicht vorher- und absehbar.

Thrombose

Personen, die unter Thrombose-Verdacht stehen oder an einer Thrombose behandelt werden sind definitiv nicht für eine Hypnose-Therapie geeignet. Die stark beruhigende und entspannende Wirkung der Hypnose führt zu einer erheblichen Weitung der Blutgefäße im Körper. Diese Weitung führt dazu, dass der Thrombus in Bewegung und ins Rutschen gelangt, was im schlimmsten Fall eine Embolie nach sich zieht und tödlich enden kann. Eine Hypnose ist somit bei Thrombose-Patienten definitiv kontraindiziert!

 

Herzerkrankungen / Schlaganfall

Bei Personen mit fortgeschrittenen Herzerkrankungen, mit Zustand nach Herzinfarkt oder Schlaganfall ist höchste Sorgfalt und Vorsicht geboten und darf nur in einer Klinik unter fachärztlicher Aufsicht oder von Fachärzten durchgeführt werden. Ähnlich wie bei Thrombose-Patienten kann es durch die Weitung der Blutgefäße in der Entspannungsphase zu Gerinselwanderungen kommen, die lebensbedrohliche Embolien auslösen.  Attestiert der behandelnde Kardiologe oder Facharzt die angestrebte Tiefenentspannung während einer Hypnose als unbedenklich, kann eine solche Therapie angestrebt werden. Eine Hypnose-Therapie für diesen Patientenkreis ist insofern zu befürworten, da sie dem Betroffenen eine große Hilfe auf dem Weg der Besserung, die Regeneration vorantreiben und vorbeugend gegen weitere Anfälle sein kann.

Endogene Depressionen

Für Menschen mit depressiven Erkrankungen kann kein eindeutiges Ja oder Nein zur Hypnose abgegeben werden. Wir unterscheiden für unsere Therapien ebenfalls nach endogenen und reaktiven Depressionen, wobei reaktiv Depressive sehr gute Erfolge durch Hypnose erzielen können und bei einer endogenen Depression eher von einer Hypnose-Therapie abgesehen werden sollte. Einer endogenen Depression liegt eine Dysfunktion des Gehirns zu Grunde, während für die reaktive Depression in der Regel belastende Lebensumstände die neurologischen Funktionsweisen stark beeinträchtigen. Entsprechend positiv reagieren reaktiv Depressive auf die Therapie und die Suggestion während der Sitzung. Anders sieht es bei Patienten mit endogener Depression aus. Während der Hypnose gelangt der Patient in einen Trancezustand, was eine Beruhigung unterschiedlicher Gehirnaktivitäten zur Folge hat. Während einer Depression sind bestimmte Gehirngebiete unteraktiviert, ein Zustand, der in Folge einer Hypnose bestätigt oder sogar verstärkt werden kann. Während der Gesunde nach der Hypnose-Ausleitung in seinen normalen Wachzustand zurückgeführt wird, können endogen Depressive noch weiter in die Depression gelangen, da ihre Gehirngebiete im Anschluss an den Trancezustand noch weiter gemindert werden. Dabei spielt es keine Rolle, mit welchen Inhalten sich die Hypnose-Sitzung und die darin gegebenen Suggestionen beschäftigten.

ADS

Bei ADS-Patienten verhalten wir uns ähnlich wie bei den endogen Depressiven, vor allem, wenn es sich um den unteraktivierten ADS und weniger bzw. gar nicht um den ADHS-Erkrankten handelt. Bei ADS-Erkrankungen ist das Gehirn in einem unteraktivierten Zustand gefangen, den er hypnotische Trancezustand im Zweifelsfall begünstigt oder sogar verstärkt.

 

Geistige Behinderung

Personen mit einer geistigen Behinderung sind grundsätzlich nicht für die Hypnose-Therapie geeignet, da bei Ihnen Funktionsstörungen des Gehirns vorliegen. Die dadurch veränderten Wahrnehmungen und Abläufe im Inneren sind nicht einzuschätzen und bergen ein großes Gefahrenpotenzial. Die gewünschte Tiefenentspannung kann sich in Aggression wandeln, Bilder und Phantasien werden zu grausamen Kopfkino und klassische Anwendungen verursachen unter Umständen eine komplett andere Wirkung als gewünscht. Eine Hypnose bei Menschen mit geistiger Behinderung ist somit definitiv kontraindiziert.

 

Psychopharmaka

Psychopharmaka verändern in ihrer Gesamtheit die Arbeit des Gehirns. Aus diesem Grund müssen Patienten die auf Psychopharmaka eingestellt sind, Ihre Hypnose-Pläne sowohl mit uns, wie auch mit ihrem behandelnden Facharzt ausgiebig erörtern. Psychopharmaka sind Medikamente die aktiv in die Psyche des Patienten eingreifen und somit Abläufe der Gehirnaktivitäten aktiv verändern. Entweder werden bestimmte Gehirngebiete stimuliert oder ihre Aktivität gedrosselt, die Produktion von Neurotransmittern oder bestimmter Hormone werden gebremst oder voran getrieben. Psychopharmaka können darauf ausgelegt sein, Rezeptoren zu blockieren und verhindern Grenzüberschreitungen bestimmter Gehirnfunktionen.